Wavepurity Adventskalender

Öffnen Sie jeden Tag ein Türchen. Hier warten 24 kleine Tipps und Tricks auf Sie, die Ihnen den Umgang mit der Software WavePurity erleichtern und Ihnen kleine Ratschläge zum Thema Audiorestauration geben.

04. Dezember 2017

 

Video Tutorial: Audio Aufnahme

Das Tutorial zeigt Ihnen die Details des Audio Recorder Assistent und die Möglichkeit, Audio vom Internet Radio aufzuzeichnen.

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Tipps & Tricks: ID3 Tags - Titelinformationen für Audio Dateien

Es gibt einige Audio-Dateiformate, bei denen es möglich ist, zusätzliche Titelinformationen an den eigentlichen Musikinhalt anzuhängen. Wir betrachten die sogenannten ID3-Tags.

Der englische Begriff „Tag“ verrät bereits, um was es geht: Es wird ein „Etikett“ oder „Schildchen“ an die Musikdatei „geklebt“. Das Verfahren hat sich im Zusammenhang mit dem Format MP3 herausgebildet und dort zu einem Standard entwickelt.

Es existieren zwei prinzipielle Ausbaustufen der Tags: ID3v1 und ID3v2.

Das ältere Verfahren ID3v1 klebt sein „Etikett“ immer an das Ende der MP3 Datei und hat eine feste Länge von 128 Byte. Es sind nur feste Felder definiert: Titel[30], Interpret[30], Album[30], Jahr[4], Kommentar[28], Track[1], Genre[1]. Die Zahlen in eckigen Klammern zeigen die Anzahl nutzbarer Zeichen bzw. Bytes an. Ein ID3v1 Tag startet immer mit den 3 Zeichen „TAG“. Darauf folgen unmittelbar die Felder. Nachteil dieses Tag ist seine Begrenzung auf wenige Zeichen und auf feste Felder. Dennoch verwenden die meisten Musikeditoren und Tagger auch heute noch dieses Format.

Das verbesserte Verfahren ID3v2 klebt sein „Etikett“ immer an den Anfang der MP3 Datei. Damit ist auch gesichert, dass eine MP3 Datei zwei Etiketten haben kann, die sich gegenseitig nicht stören. Im ID3v2 Tag wird mit sogenannten Frames gearbeitet, das sind kleine Blöcke oder Container, welche nacheinander angeordnet sind und verschiedenste Bedeutungen haben können. Jeder Frame hat eine 4 Byte große ID als Typkennung. Natürlich finden Sie im ID3v2 Tag entsprechende Alternativ-Frames, welche den Inhalt des bisherigen ID3v1 Tags repräsentieren. Mit einem Unterschied: Die Länge der Frames ist prinzipiell nicht begrenzt und ist variabel. Darüber hinaus kann ein ID3v2 Tag weitere nützliche Frames enthalten, wie z.B. den Datenstrom eines JPG Bildes, welches das Cover der CDROM zeigt. Es existieren auch sogenannte Private Frames, in denen sich jede Musikanwendung ihre eigenen Datenmuster speichern kann. Um bei kleinen Änderungen im ID3v2 Tag die gesamte Datei nicht immer neu schreiben zu müssen (der Tag ist ja am Anfang der Datei und die Daten dahinter), wird ein Sicherheitsbereich (Padding) beim Erzeugen des Tags eingebaut, der bei kleinen Vergrößerungen des Tags nach Modifikationen als Puffer genutzt wird. Reicht der Padding Bereich nicht mehr aus wird er ggf. vergrößert, was natürlich einmalig ein gesamtes Neuschreiben der Datei notwendig macht. ID3v2 Frames, welche Binärdaten enthalten, sollten übrigens speziell kodiert werden, so dass keine Kombination von 12 aufeinanderfolgenden 1-Bits im Datenstrom auftritt. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme, damit der Decoder diese Daten nicht versehentlich als MP3 Datenframe interpretiert. 12 aufeinanderfolgenden 1-Bits sind der Startcode eines jeden MP3 Datenframe. Diese Kombination sollte in ID3 Tags niemals auftreten.

WavePurity unterstützt normalerweise beide Tags und fügt nach dem eigentlichen Kodieren und Speichern von MP3 Dateien auch beide Tags an die erzeugte Datei an. Dabei werden die wichtigsten Tags unterstützt, welche auch andere Softwareanwendungen wie z.B. WinAmp auswerten.

Übrigens kann WavePurity sein hausinternes Format WPU auch mit ID3v1 und ID3v2 Tags versehen. Das Format ist identisch. Da WPU auch als Subformat PCM möglich ist, können Sie also auch unkomprimierte Daten mit Tags versehen.

Bei WAV-Dateien ist ein ID3 Tag leider nicht zulässig.

Viele Grüße
Ulf Schönherr
WavePurity Team