Wavepurity Adventskalender

Öffnen Sie jeden Tag ein Türchen. Hier warten 24 kleine Tipps und Tricks auf Sie, die Ihnen den Umgang mit der Software WavePurity erleichtern und Ihnen kleine Ratschläge zum Thema Audiorestauration geben.

05. Dezember 2017

 

Video Tutorial: Audio CD Import

Dieses Tutorial zeigt Ihnen die Möglichkeiten verschiedener Importfunktionen des Audio-CD-Import-Asssisten. Er ermöglicht Ihnen, komplette Audio-CD's oder einzelne Titel davon, als Audiodateien zu importieren.

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Tipps & Tricks: Welches Audioformat ist "optimal" zur Speicherung der Ergebnisse der Audio Restauration?

Heutiges Thema: „Welches Audioformat ist eigentlich das optimale Format für die Audio Aufnahme?“ In welchem Format speichert man am besten die Audio Daten nach erfolgter Audio Restauration ab?

Auch hier sollte man vorher unbedingt überlegen, was mit den abgespeicherten Dateien im Anschluss geschehen soll.

Fall 1: Erstellen einer Audio CDROM

Hier ist der Fall klar: die Dateien werden nur kurzzeitig (temporär) benötigt. Platzbedarf spielt hier keine oder kaum eine Rolle, da die Daten im Normalfall nach Erstellung der Audi CDROM wieder von der Festplatte gelöscht werden. Hier ist folgendes Format empfehlenswert:

  • WAV RIFF PCM oder WPU PCM mit 44100 Hz, 16 Bit, Stereo

Denn dieses Format ist verlustfrei und entspricht exakt dem Audio CDROM Standard. Wenn Sie dieses Format zum Speichern wählen, können Sie ziemlich sicher sein, dass Ihnen Ihr bevorzugtes Brennprogramm keinen qualitativen Strich durch die Rechnung macht. Falls Sie z.B. eine andere Abtastfrequenz wählen würden, dann muss das Audio CD Brennprogramm eine Neuabtastung des Signals (Resampling) berechnen. Je nach verwendetem Algorithmus, den das Brennprogramm hierbei verwendet, gibt es hier extreme Qualitätsunterschiede und man kann böse akustische Überraschungen erleben. Tipp: Lassen Sie ein ggf. notwendiges Resampling lieber von WavePurity berechnen, denn der von unserer Software benutzte Algorithmus ist qualitativ hochwertig. Er nutzt ein Verfahren mit kubischer Spline Interpolation mit nachgeschaltetem Tiefpassfilter zu Unterdrückung von Oberwellen.

Fall 2: Speicherung der Daten in einem Archiv

Auch hier wäre natürlich das optimale Format ein reines unkomprimiertes PCM (Pulse Code Modulation) Format wie z.B. WAV RIFF PCM oder WPU PCM. Aufgrund des großen Platzbedarfs scheidet aber dieses Format für ein großes Archiv aus. Falls Sie Platz sparen wollen und dennoch kaum Qualitätsverluste in Kauf nehmen wollen, dann nutzen Sie folgendes Format:

MP3 mit 44100 Hz, 320 kbps, Stereo

Die bei MP3 maximal mögliche Bitrate von 320 kbps bedeutet immerhin eine Datenreduktion auf 22,6% des Platzbedarfs von PCM (1411 kbps). Übrigens kbps bedeutet: Kilo Bits pro Sekunde. Bei einer MP3 Datenrate von 320 kbps sind kaum psychoakustische Qualitätsverluste zu erwarten. Auch hier wieder etwas Vorsicht mit dieser Aussage, denn das gestern bereits beschriebene Phänomen, dass durch das verwendete Verfahren MDCT stets Verschleppungseffekte von steilen Signaländerungen entstehen, ist bei MP3 stets ein Grundproblem. Das liegt in der Natur dieses Verfahrens, da es mit Blocküberlappungen arbeitet.

Wenn Ihnen 320 kbps noch zu große Dateien erzeugt, dann empfiehlt sich als Kompromiss das Verfahren MP3 mit variabler Bitratenkodierung (VBR) einzusetzen. Hierbei wird an den Stellen, wo im Musikstück eine hohe Datenrate benötigt wird, auch eine hohe Bitrate benutzt und an anderen Stellen reduziert der MP3 Encoder die Bitrate entsprechend. Das spart Platz bei „fast“ gleicher Qualität. Hier empfehle ich:

  • MP3 mit 44100 Hz, VBR mit Qualität 80%, Stereo

Hinweis: VBR 80% entspricht einer VBR Stufe 2 beim MP3 LAME Encoder.

Das Format MP3 hat außerdem für Archivzwecke den Vorteil, dass es zusätzliche Titelinformation (Name des Musikstückes, Name des Interpreten, Name des Albums usw.) über die sogenannten ID3 Tags mit abspeichern kann.

Alternativ zum platzsparenden MP3 Format können Sie auch das VORBIS OGG Format einsetzen. WavePurity unterstützt diesen Codec über ein kostenloses Plugin. Die Erfinder von VORBIS OGG haben sich ein paar pfiffige Algorithmen ausgedacht, die psychoakustisch relevanten Daten noch effizienter und platzsparender zu kodieren und auch weitere Platzspar-Effekte wie Stereo-Kopplungseffekte der beiden Kanäle mit auszunutzen. Dadurch liefert VORBIS OGG bei gleicher Bitrate sogar bessere Qualität als MP3.

Viele Grüße
Ulf Schönherr
WavePurity Team