Wavepurity Adventskalender

Öffnen Sie jeden Tag ein Türchen. Hier warten 24 kleine Tipps und Tricks auf Sie, die Ihnen den Umgang mit der Software WavePurity erleichtern und Ihnen kleine Ratschläge zum Thema Audiorestauration geben.

20. Dezember 2017
FFT-Spektrum, Oszilloskop und Lissajous Anzeige in WavePurity. Wozu dienen diese und welche Informationen kann man daraus lesen?

WavePurity bietet verschiedene Signalanzeigen an: FFT-Spektrum, Oszilloskop. Lissajous. Alle drei dienen der visuellen Beurteilung des Audiosignals durch den Anwender.

Dem Oszilloskop können Sie den aktuellen zeitlichen Verlauf der Signalamplitude entnehmen. Sie sehen also, ob das Signal gut ausgesteuert ist. Weiterhin sehen Sie überlagerte periodische Störsignal in leisen Musikpassagen sehr gut, z.B. ein Netzbrummen als überlagerte Sinuskurve.

Das FFT-Spektrum ist eine leistungsfähige Anzeige zur Beurteilung der spektralen Anteile des aktuellen Audiosignals, zu deutsch: Sie betrachten einen aktuellen Schnappschuss des Audiosignals in seine einzelnen Tonfrequenzen zerlegt. Für jede Tonfrequenz existiert eine Amplitude. Das FFT-Spektrum zeichnet eine Linie durch alle Tonfrequenz Amplituden. Sie sehen so also zwei Linien (bei Stereo, linker und rechter Kanal), die von 0 Hz bis zur maximalen Frequenz (typischerweise 22050 Hz) verlaufen. Das Spektrum eines normalen Audiosignals zeigt eine leicht abfallende Kurve von tiefen zu hohen Frequenzen. Oft gibt es im Bereich um 16000 Hz bis 20000 Hz dann einen stark abfallenden Verlauf bei vorgefilterten Signalen (z.B. MP3). Sind in diesem Spektrum stark abfallende Verläufe oder gar Einbrüche zu sehen, können Sie daraus die Qualität und Fehler Ihres Abtastsystems des Plattenspielers bzw. die Qualität des PhonoPreAmp und der Soundkarte ablesen.

Die Lissajous Anzeige hat Ihren Namen durch die vom Oszilloskop bekannten Lissajous Figuren, die ein Oszilloskop zeichnet, wenn man zwei voneinander abhängige Signale an die Ablenkplatten der Elektronenstrahlröhre anschliesst. Ein solches Verfahren kann man auch zur Beurteilung des Stereoinhalts eines Audiosignals benutzen. Sie müssen sich nur noch vorstellen, dass man das Oszilloskop um 45 Grad verdreht, somit liegen die Ablenkplatten schräg links unten und schräg rechts unten. Nach oben spannt sich dann der Stereo-Raum auf. Sind beide Signale links und rechts exakt gleich, dann bewegt sich der Elektronenstrahl genau in der Mitte des Raumes nur vertikal. Sobald kurzzeitige Stereo Differenzen auftreten, wandert der Elektronenstrahl auch im Raum nach links oder rechts aus. Somit spannt sich bei einem Stereosignal ein gewisses Feld auf, indem sich der Strahl insgesamt bewegt. Je breiter dieses Feld ist, desto mehr Stereoeffekt hat das Audiosignal.

Viele Grüße
Ulf Schönherr
WavePurity Team